Was ist ein Digital Intermediate?

In unseren 4K Techchecks erwähnen wir oft den Begriff Digital Intermediate.
Dieser Begriff ist für die Einteilung der Filme in echtes und skaliertes 4K sehr wichtig.
Doch nicht jeder weiß etwas mit dem Begriff Digital Intermediate anzufangen.

Um Euch den Begriff näher zu bringen muss man erstmal wissen wie eine Filmproduktion funktioniert.

Es ist nämlich nicht so das die Aufnahmen einfach aufgenommen und dann zusammen geschnitten im Kino bzw. später als Stream oder auf BluRay landen.

Allgemein unterscheidet man zwischen diesen Phasen in der Filmproduktion:

  • Projektentwicklung
  • Vorproduktion
  • Dreharbeiten
  • Postproduktion
  • Filmverwertung

Die wichtigen Phasen für 4K Filme fangen bei den Dreharbeiten an. Je nachdem welche Kamera verwendet worden ist, werden die Aufnahmen hoffentlich mit mindestens 4K aufgenommen. Es ist keine selbstverständlichkeit, da auch heute noch Kameras mit Auflösungen zum Einsatz kommen die kein 4K aufnehmen können.

Ist das Material erstmal im Kasten geht es in die Postproduction.

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Hier entsteht das Digital Intermediate – Die Postproduktion

Hier wird es spannend. Je nach Filmmaterial (Digital oder Filmrolle) und wie der Film in den Kinos vorgeführt werden soll, laufen verschiedene Schritte ab.

Wir gehen jetzt mal davon aus, das der Film in den digitalen Kinos erscheinen und später für die Heimkinos dieser Welt verfügbar gemacht werden soll.

Bei Filmen auf Filmrolle (35mm oder 70mm) muss das Material mit einem Filmscanner digitalisiert werden (Ausbelichtung in 2K oder 4K). Die Produzenten haben hier die Wahl mit welcher Auflösung das geschieht.

In den letzten Jahren wurde hier meistens in 2K ausbelichtet. Für neue Produktionen geht man inzwischen den Schritt auf 4K bzw. werden auch ältere Filme neu abgetastet um sie auf 4K BluRay neu rauszubringen (z.B. Terminator 2).

Filme die noch auf klassischer Filmrolle gedreht werden, können aktuell in bis zu 6K digitalisiert werden. Aus Kostengründen wird dies aber aktuell gar nicht bis selten genutzt.

Postproduktion für das DI

João Silas

Die weitere Bearbeitung richtet sich meistens nach der Auflösung in der digitalisiert worden ist.

Dieser Schritt entfällt logischweise bei Rohmaterial das mit digitalen Kameras wie der Red Epic aufgenommen wurde.

Das Material liegt hier nach dem Dreh in verschiedenen Formaten vor (beispielsweise Arriraw).

In der Postproduktion beginnt nun der eigentliche Filmschnitt. Das Material wird gesichtet, zusammen geschnitten, Farbkorrekturen vorgenommen und digital nachbeabeitet. Der Film bekommt seinen typischen „look“ verpasst. Hier entscheidet sich auch wie gut das Bild später wird.

Hier kommt ein Digital Intermediate System zum Einsatz das die Bilder vereinheitlicht bzw. wird hier auch die Auflösung des Rohmaterials auf eben 2K oder 4K festgelegt.

In diesem Schritt werden auch die CGI Effekte in den Film mit eingeschnitten, welches meistens in 2K produziert wird. Es gibt auch heutzutage nur wenige Filme wo 4K CGI produziert und eingeschnitten wird. Meistens wird auf 2K gesetzt und hochskaliert um es für ein 4K Digital Intermediate einsetzen zu können.

Die Datenmengen für ein Digital Intermediate sind riesig!

Interessant ist hier auch wie groß ein Digital Intermediate Master ist.

Zum besseren Verständniss muss man wissen das auf eine HD BluRay ca. 25-50 Gbyte an Daten platz finden. Auf einer 4K bzw. UHD Bluray passen bis zu 100 Gbyte.

Ein Digital Intermediate in 4K mit dem Bildformat 16:9 das 2 Stunden lang ist, braucht in etwa 5,38 Tbyte (das sind 5370 Gbyte und für die ganz genauen unter unseren Lesern 5498.88 Gbyte).

Diese riesigen Datenmengen lassen sich damit erklären das ein 4K Digital Intermediate Master jedes Bild einzeln gespeichert hat.

Dazu kommen noch einmal zwischen 0,05 und 0,1Tbyte (ca. 50-100Gbyte) an Tonmaterial, wenn wir von 6-Kanal Ton ausgehen.

Übrigens: Diese 5,37 Tbyte an Daten sind nur ein Bruchteil dessen, was insgesamt aufgenommen worden ist.

Der Bildsensor der Red Dragon 6K ist riesig mit seinen 30.7mmx15.8mm und sorgt für große Menge an Daten Jakob Owens

Was geschieht mit dem Digital Intermediate Master?

Das Digital Intermediate Master ist nun fertig. Aus ihm werden nun alle weiteren Medien hergestellt. Das DI stellt hier das Ausgangsmaterial zur Verfügung.

Für Trailer, BluRays, DVDs und Streams wird es in verschiedene Formate umgewandelt und komprimiert. So passt der 4K Film später auch auf die „nur“ 100Gbyte der 4K UHD BluRay oder kann über Netflix oder Amazon gestreamed werden.

Fazit: Das Digital Intermediate ist eine zwischen Stufe in der Postproduktion. Aus ihm entsteht das DI-Master, welches als Vorlage für die weitere Verwendung wie Trailer, Streams, BluRay, DVD, usw. genutzt wird.

Für 4K Fans ist hier wichtig, dass das DI in 4K produziert wird um auf der BluRay auch echtes 4K abspielen zu können. Wichtig ist aber auch das 4K Rohmaterial verwendet worden ist.

Für echtes 4K muss die gesamte Produktionskette von den real Aufnahmen über das CGI bis hin zum DI System auf 4K ausgelegt sein, damit wir echtes 4K Genießen können.

Auch interessant: Es gibt gibt nur wenige Anbieter die DI-System anbieten.